Texten fürs Internet

Immer mehr beziehen wir unsere Informationen aus dem Internet. Gute Webtexte sind somit ein unverzichtbares Marketinginstrument. Aber online wird anders gelesen. Gute Online-Texte sind einfach gut lesbar, übersichtlich und spannend – und sie werden erstmal für Menschen, aber auch für die Suchmaschine geschrieben. Gut ist hierbei, dass Google immer besser wird, Semantik bzw. natürliche Sprache auszuwerten.

Gute Texte werden gerne gelesen

Ob ein Text gut ist, merkt man oft nicht bewusst sondern man liest ihn gern weil er interessant, relevant, und einfach leicht und angenehm zum lesen ist. Gute Texte sind kurz und prägnant, lebendig und anschaulich und bieten der Zielgruppe die Information, die sie erwartet. Das Lesen am Bildschirm ist unbequem, man entscheidet schnell (innerhalb von 5-10 Sekunden), ob es sich die Aufmerksamkeit lohnt, denn das Alternativangebot ist nur einen Klick entfernt. Und der User sucht konkrete Lösungen, Antworten und einen persönlichen Nutzen, will sich nicht ablenken lassen.

Texten mit Ziel und für die Zielgruppe

Ein Weblog, Newsletter, Landingpage, Pressetext oder eine Artikelbeschreibung, sind alle zu Ihrem speziellen Zweck geschrieben und benötigen darauf abgestimmte Texte. Auch Texte für Unternehmenswebsites haben unterschiedliche Sprachstile und Wortwelten, je nachdem ob man z.B. ein kompliziertes technisches Produkt anbietet oder eine Seite für ein Seniorenheim gestaltet. Wichtig ist auch hier Ziele und Zielgruppe zu kennen. ´Corporate Wording´ ist der Sprachstil eines Unternehmens und sollte den einheitlichen Gesamteindruck wahren (z.B. seriös, elegant, jugendlich, siezen oder duzen). Gemeinsam ist aber, dass für gute Online-Texte einige Punkte zu beachten sind:

Die Besonderheiten im Internet

  • Nicht-Linearität
  • Aktualität
  • Multimedialität
  • Universelle Verfügbarkeit
  • Unbegrenztheit
  • Vernetztheit
  • Interaktivität
  • Leser hat keine Zeit und sucht aktiv relevante Information

Inverted Pyramid nach Jakob Nielsen

Hierbei wird wie bei einer Pressemeldung die wichtigste Information an den Anfang gestellt. Das betrifft sowohl den einzelnen Text, eine Webseite und den kompletten Intenetauftritt (allgemeine Infos kommen auf die Startseite und weiterführendes (long tail) auf die Unterseiten).

Weil: Menschen lesen online anders. Texte werden nicht komplett gelesen wie ein Roman, sondern nach Kerninfos gescannt, Absätze werden überflogen und nach Zwischenüberschriften oder anderen Hervorhebungen durchsucht.

Tipps für gute Web-Texte

  • Die wichtigste Information muss an den Anfang
  • W-Fragen beantworten
  • Kurze einfach Sätze (abhängig von Zielgruppe aber max. 15 Wörter)
  • Kurze Wörter (bis 2 Silben)
  • Einfache und positive Sprache (Flesch-Wert testen)
  • Fachjargon und Fremdwörter auf das Nötigste reduzieren
  • Optimieren auf 1 Haupt-Keyword pro Seite und 2 weitere Keywords
    (optimale Keyworddichte ca. 3%)
  • Sie statt wir und Dialog mit dem Leser
  • Struktur und hierarchische Gliederung der Texte mit Überschriften und Zwischenüberschriften
  • Der Titel wird als ersten in den Suchergebnissen angezeigt und sollte das Haupt-Keyword enthalten und ein zentrales Thema behandeln
  • Aussagekräftige Überschrift bzw. Teasertext soll neugierig machen
    max. 6 Wörter und muss Hauptkeyword beeinhalten
  • Reduktion auf das Wesentliche – Füllwörter raus
  • Eine Aussage pro Satz
  • Anschaulich schreiben (Kopfkino)
  • Aktive Verben statt Passivkonstruktionen
  • Punktgenaue Substantive
  • Wirkungsvolle Adjektive
  • Tabellen und Aufzählungen einsetzen
  • Aussage-Begründung-Beweis
  • Praktische Beispiele und Vergleiche
  • Glaubwürdigkeit – Superlative vermeiden
  • Textmarkierungen und Auszeichnungen verwenden (z.B. fett)
  • Verlinkung innerhalb der Seiten und auf Unterseiten
  • Verwenden von Synonyme, denn Google versteht immer besser natürliche Sprache (Semantik)
  • Bilder bzw. Infografiken erhöhen die Aufmerksamkeit und bieten Zusatzinfo auf einen Blick
  • Rechtschreibefehler und Fehler auf der Seite werden von Google abgestraft
  • Auf Barrierefreiheit der Texte achten, denn barrierefrei ist gut verständlich und nutzerorientiert
  • Handlungsaufforderung am Ende des Textes – was soll der Leser mit dem Text anfangen?
  • Duplicate Content vermeiden

Meine Meinung:

Online-Texte sollten gezielt aufbereitet werden. Nuter lesen am Bildschirm nicht gerne. Doch Unique Content ist heute die Währung bei Google. Immer weniger geht es um Keywordoptimierung, sondern ob Inhalte wirklich für den Suchenden relevant sind. Google kann immer besser natürliche Sprache auswerten und Inhalte analysieren. Auch die Entwicklungen in KI, Spracherkennung etc. werden weiter in dieser Richtung gehen.

Tipps

  • Texten mit der AIDA-Formel:
    Attention, Interest, Desire, Action, (Customer Benefit).
  • Hamburger Verständlichkeitsmodell – 4 wichtige Dinge machen einen Text verständlich: Einfachheit, Gliederung, Kürze, Anschaulichkeit.
  • Das NNA-Modell gilt für News und ist recht einfach: eine Nachricht sollte neu, nützlich und aktuell sein.
  • W-Fragen d.h. Wer? Wie? Wann? Wo?
  • Je höher der Flesch-Wert ist, umso verständlicher ist ein Text

Tools:

Tool zum Überprüfen des Flesch-Werts und der Keyworddichte
Textalyser

Duden Rechtschreibprüfung

Füllwörter erkennen
www.schreiblabor.com

Slogans – die Datenbank der Werbung
www.slogans.de

Synonymwörterbuch
www.woxicon.de

Redensarten zu einem Stichwort finden
www.zitate.de

Online-Lektorat
www.lingulab.de

Texte schreiben lassen
www.textbroker.de