Digitale Transformation und Plattformökonomie

Die digitale Transformation bezeichnet einen fortlaufenden, in digitalen Technologien begründeten Veränderungsprozess, der die gesamte Gesellschaft und insbesondere Unternehmen und Wirtschaft betrifft. Dieser Wandel ist geprägt von strukturellen Veränderungen und einem Umbau der Betriebsprozesse und Geschäftsmodelle mit dem Ziel, die Effizienz und Reichweite von Unternehmen und Organisationen zu steigern und das Kundenerlebnis zu optimieren.

Digitale Prozesse und moderne Medien schaffen konsequente Vernetzung. Das Ziel: Mehr Effizienz, Transparent, Flexibilität in Unternehmen und zwischen Unternehmen und über bestehende Strukturen hinaus. Wettbewerbsvorteile ergeben sich durch das Sammeln und Analysieren von Daten mittels digitaler Tools, um Vorhersagen und Entscheidungen treffen oder ein präzises Kundenprofil bedienen zu können. In der industriellen Wertschöpfung spielt die Automatisierung eine große Rolle. Die digitale Transformation ist die Grundlage von Industrie 4.0. Rationalisierungseffekte ergeben sich hier besonders durch den Einsatz künstlicher Intelligenz. Roboter, die sich selbst steuern, übernehmen Teile der Produktion, intelligente Systeme koordinieren die Supply Chain und automatisieren Prozesse. Digitale Disruption bezeichnet die radikale Veränderung von Märkten und Geschäftsmodellen durch den digitalen Wandel. Immer mehr wird derjenige, die Daten hat und geschickt damit umgeht den Markt beherrschen und kann ganze Industrien umkrempeln.

Zukunftstechnologien mit nachhaltiger Wirkung

  • Mobiles Internet
  • Künstliche Intelligenz
  • Internet der Dinge
  • Cloud
  • Robotertechnik
  • Selbstfahrende Autos
  • Genetik
  • Energiespeicher
  • Moderne Materialien

Online Plattformen – ein neuer Ordnungsrahmen für die digitale Wirtschaft

Online Plattformen sind das wichtigste Geschäftsmodell im Zeitalter der Digitalisierung. Jeder kennt Amazon, Apple, Google und Facebook – 10 der 20 wertvollsten Unternehmen der Welt sind Online Plattformen. Soziale Netzwerke im Internet, Vergleichs- und Bewertungsportale, Suchmaschinen, Sharing-Plattformen, App Stores, Online-Marktplätze und Medienplattformen bestimmen unseren digitalen Alltag und sind wirtschaftlich immer wirksamer. Plattformen bringt Anbieter und Zielgruppe zusammen und bieten einen bzw. aufgrund der Monopolwirkung des Internets den zentralen Marktplatz. Der Besitzer der Plattform verfügt am Ende über die Zielgruppendaten und Kommunikationswege. Und der Plattformbetreiber hat dann die Macht, die Bedingungen des Marktplatzes zu bestimmen und er bestimmt, wie viel er mitverdienen möchte.

Plattform-Typen

  • Zweiseitiger Markt: Der Klassiker der disruptiven Geschäftsmodelle. Alle Plattformen funktionieren nach diesem Modell. Angebot und Nachfrage werden zusammengebracht. z. B. Stepstone, Immowelt, Ebay, Amazon. Ziel ist die Marktbeherrschung.
  • Auktionen: z.B. Ebay und Google AdSense
  • Cash Mashine: die Zahlung gehen früher ein, als die Leistung erbracht wird
  • Crowdfunding: Kunden und Fans bringen die Investitionen für ein neues Projekt auf
  • Freemium: eine Basisfunktion des Produkts ist gratis, weiterführende Funktionen kosten Geld. Z.B. Linkedin, Xing, Skype, Spotify
  • Hidden Revenue: Nutzer bekommen das Produkt kostenlos, finanziert wird es durch Werbung. z.B. Slideshare, Facebook, twitter
  • Leverag Consumer Data: Umsätze werden aus Daten von Kunden erziehlt. z:B. Google, Facebook
  • Lock-in: Hohe Wechselkosten erzwingen die Loyalität des Kunden. Z.B: Whatsapp, Instagram, Facebook.
  • Long Tail: Ewige Verfügbarkeit von Produkten erhöht die Absatzchancen. Z.B. Kindle, iTunes, AppStore, Google Play
  • Open Source: Viele Entwickler aus unterschiedlichen Organisationen arbeiten gemeinsam an einem Produkt, das öffentlich zur Verfügung steht. z.B. WordPress
  • Pay Per Use: Kunden zahlen nur, was sie benutzen. z.B. Carsharing
  • Peer to Peer: Eine Plattform vermittelt den Handel zwischen gleichen. z.B. Airbnb
  • Performance Based Contracting: Kunden zahlen nur, wenn der Erfolg eintritt. Z.B. Google Adwords
  • Revenue Sharing: Eine Plattform vermittelt den Verkauf und teilt den Erlös mit den Produzenten. z.. Google Play, iTunes, AppStore
  • Abonnement: Statt eines festen Kaufpreises wird ein monatlicher Preis erhoben. z.B. Salesforce, Netflix
  • Vergleichs- und Bewertungsportale
  • Kooperationsplattformen

Tipps

Disruptive Geschäftsmodelle entwickeln:
Business Modell Canvas

Dr. Holger Schmidt Wirtschaftsjournalist für FAZ und Focus Magazin – der Experte zu allen Themen der Digitalisierung der Wirtschaft und der Arbeit
Buch Deutschland 4.0 – wie die digitale Transformation gelingt
https://netzoekonom.de/

Buch „Digitale Disruption“ von Dr. Jens-Uwe Meyer